Das Bundesland Niederösterreich feiert seinen 100. Geburtstag

JubilĂ€umsjahr zu „100 Jahre Niederösterreich“ von Landesregierung offiziell eingelĂ€utet
2022 ist ein ganz besonderes Jahr: Niederösterreich feiert heuer seinen 100. Geburtstag als
eigenstĂ€ndiges Bundesland der Republik Österreich.

Am 25. und 26.Juni gibt es deshalb zahlreiche Feierlichkeiten und FestivitĂ€ten zu Ehren unseres schönes und grĂ¶ĂŸten Bundeslandes in Österreich – NIEDERÖSTERREICH.

Blick auf den Schneeberg. Foto: Bild von stefanie_koelbli auf Pixabay

Ausgangspunkt dazu war das sogenannte Trennungsgesetz fĂŒr Wien und Niederösterreich, welches am 1. JĂ€nner 1922 in Kraft getreten ist. Aus
diesem Anlass fand am 11. JÀnner 2022 eine Festsitzung der Niederösterreichischen Landesregierung
statt, die das JubilÀumsjahr offiziell einlÀutete. Im Zuge des JubilÀumsjahres sind sowohl auf
Landesebene als auch in den Bezirken umfangreiche Ausstellungen, Kulturveranstaltungen,
Symposien und Tagungen sowie Publikationen geplant. Im Zentrum stehen die Bezirksfeste, die am
25./26. Juni 2022 in allen Bezirken des Landes stattfinden werden.

Zur Historie Niederösterreichs
Niederösterreich ist historisch eng mit der Geschichte Österreichs und Europas verknĂŒpft. In
Niederösterreich liegt der Ursprung Österreichs.

Die berĂŒhmte Ostarrichi-Urkunde aus dem Jahr 996 mit der ersten ErwĂ€hnung des Namens „Österreich“ zeigt, dass (Nieder-)Österreich in weiterer Folge
namensgebend fĂŒr ganz Österreich wurde. Die nach dem Sieg auf dem Lechfeld 995 gegrĂŒndete
Ottonische Mark gelangte 976 an die Babenberger, die bis Mitte des 11. Jahrhunderts ihr
Herrschaftsgebiet bis an die FlĂŒsse Thaya, March und Leitha ausdehnten. Im 12. Jahrhundert wurde
das Waldviertel erschlossen und Teil der Mark. 1156 erhob Kaiser Friedrich Barbarossa auf einem
Reichstag zu Regensburg die Markgrafschaft – im Wesentlichen das Gebiet des heutigen
Niederösterreichs und kleinere Teile von Oberösterreich – zum Herzogtum („Privilegium minus”). Der
Sieg Rudolfs von Habsburg ĂŒber König Ottokar II Pƙemysl von Böhmen bei DĂŒrnkrut und
Jedenspeigen am 26. August 1278 hatte die Belehnung der Habsburger mit dem Land unter der Enns
(1282) und deren Herrschaft bis zum Ende der Monarchie 1918 zur Folge.

 

Ein Teil der NÖ Regierungspitze: Mitte: Landeshauptfrau Mag. Johanna Mikl-Leitner Foto: © NLK Filzwieser

Als 1918 die Monarchie zerfiel, entstand Niederösterreich (damals inklusive Wien) als grĂ¶ĂŸter und
bevölkerungsreichster Bestandteil der Republik Österreich. Der politische Neuanfang des Staates wie
des Landes erfolgte im Landhaus der niederösterreichischen StÀnde in der Wiener Herrengasse, wo
sich die provisorische Nationalversammlung konstituierte und am 30. Oktober 1918 den neuen Staat
grĂŒndete. Am 5. November 1918 bildete sich die provisorische Landesversammlung und schuf das
Bundesland Niederösterreich, das damals Wien miteinschloss. Die Landesversammlung bestand aus
120 Mitgliedern, darunter Abgeordnete des letzten, 1908 gewÀhlten Landtages und
niederösterreichische Vertreter des 1911 gewÀhlten Reichsrates.

 

Der Schneeberg: Niederösterreichs höchster Berg. Fotografiert von Philipp Steinriegler wÀhrend einem Flug

 

Die MĂ€nner wĂ€hlten den Christlichsozialen Leopold Steiner zum Landeshauptmann und stellten ihm ReprĂ€sentanten der fĂŒhrenden
Parteien als Stellvertreter zur Seite: den christlich-sozialen Bauern Johann Mayer aus Bockfließ im
Weinviertel, den sozialdemokratischen Krankenkassenbeamten Albert Sever aus Wien sowie den
großdeutschen Gastwirt und Postmeister Karl Kittinger aus Karlstein an der Thaya. Bei der ersten
demokratischen und freien Landtagswahl fĂŒr beide Geschlechter am 4. Mai 1919 wurde die
Sozialdemokratische Arbeiterpartei stimmenstÀrkste Kraft und der Sozialdemokrat Albert Sever zum
ersten Landeshauptmann von Niederösterreich gewÀhlt. Auf Grundlage der am 30. November 1920
beschlossenen Landesverfassung fand am 24. April 1921 die erste Landtagswahl des eigenstÀndigen
Niederösterreich statt, bei der die Christlichsoziale Partei die Mandatsmehrheit errang und Johann
Mayer zum ersten Landeshauptmann des eigenstÀndigen Niederösterreich gewÀhlt wurde. Mit
1. JĂ€nner 1922 trat das Trennungsgesetz in Kraft getreten ist, womit der Grundstein fĂŒr das
Niederösterreich in seiner heutigen Ausformung gelegt wurde.

Wirtschaftliche und politische Krisen der jungen Ersten Republik bedingten u.a. die Errichtung der
Diktatur des StĂ€ndestaates zwischen 1934 und 1938. Mit dem „Anschluss“ an das
nationalsozialistische Deutsche Reich 1938, der auch von niederösterreichischen Nationalsozialisten
herbeigefĂŒhrt wurde, ging die EigenstĂ€ndigkeit Österreichs verloren. Niederösterreich wurde in
„Niederdonau“ umbenannt und Wien blieb Verwaltungssitz, obwohl Krems an der Donau formell zur
„Gauhauptstadt“ erhoben worden war. Der Zweite Weltkrieg forderte zigtausende Tote. Ethnische
und religiöse Minderheiten, insbesondere die jĂŒdische Bevölkerung, wurden beraubt, vertrieben und
in Konzentrationslagern ermordet. Der Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 bedeutete
einerseits die Befreiung vom Nationalsozialismus, andererseits schwere Heimsuchungen. Die
jahrelange sowjetische Besatzung, Enteignungen und Reparationszahlungen verzögerten den
Wiederaufbau. Erst der Österreichische Staatsvertrag von 1955 ermöglichte Niederösterreich einen
Aufholprozess, der in den 1970er-Jahren zu einem Gleichziehen mit jenen BundeslĂ€ndern fĂŒhrte, die
unter westalliierter Besatzung gestanden waren.

Am 10. Juli 1986 fasst der Niederösterreichische Landtag nach Abhaltung einer Volksbefragung den
Beschluss, die zentral gelegene Stadt St. Pölten zur neuen Landeshauptstadt zu bestimmen. Damit
einher ging auch ein Aufbruch, der sowohl zentral als auch regional neue wirtschaftliche, kulturelle
und wissenschaftliche Einrichtungen entstehen ließ. 1989 bedeutete der Fall des Eisernen Vorhanges
einen geopolitischen Wendepunkt, der zusammen mit dem Beitritt Österreichs zur EuropĂ€ischen
Union bewirkte, dass Niederösterreich vom Rand in das Zentrum Europas rĂŒckte. Mit der Möglichkeit
der Mitgestaltung des Kontinents als gleichberechtigter Partner engagierte sich Niederösterreich
seither vor allem im EuropÀischen Ausschuss der Regionen sowie im Bereich der Arbeitsgemeinschaft
der DonaulÀnder.

Bucklige Welt. Foto: Pixabay

JubilÀumsaktivitÀten
Die Besinnung auf die kontinuierliche Weiterentwicklung einer niederösterreichischen
LandesidentitÀt mit StÀrken, Herausforderungen und Chancen steht im JubilÀumsjahr 2022 im
Vordergrund. Aufbauend auf die ĂŒber 1.000-jĂ€hrige Geschichte Niederösterreichs wird die vor
100 Jahren eingeleitete Entwicklung als eigenstĂ€ndiges Bundesland breitenwirksam gewĂŒrdigt. So
sollen 2022 Vorhaben aus kultur-, bildungs- und gesellschaftspolitischen Bereichen landesweit
Impulse fĂŒr Menschen aller Generationen auslösen, um Niederösterreich gleichermaßen
geschichtsbewusst und zukunftsorientiert gemeinsam weiterzuentwickeln. Zwei Schwerpunkte der
geplanten AktivitÀten bilden die aktualisierte Dauerausstellung im Haus der Geschichte im Museum
Niederösterreich zum Thema „100 Jahre Niederösterreich“ und eine gleichnamige
Wanderausstellung an Schulen. Die Niederösterreichische Landesausstellung 2022 im Schloss
Marchegg wird das JubilÀum ebenso aufgreifen wie Symposien, Tagungen und themenbezogene
Publikationen. Auch die Vertreterinnen und Vertreter der Breitenkultur und insbesondere die
Ehrenamtlichen werden eingeladen, um im Rahmen von Bezirksfesten Ende Juni gemeinsam dieses
JubilÀum zu begehen. Letztlich sollen durch engagierte VermittlungsaktivitÀten möglichst viele
Menschen erreicht werden, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Landesbewusstsein in
Niederösterreich zu stÀrken.

Weitere Informationen finden Sie unter

www.100-jahre-noe.at

Fotos: Pixabay/100 Jahre NÖ/siehe Bildunterschriften/Land NÖ/Steinriegler privat/Wikipedia

Text: Pressemeldung “100 Jahre NÖ”

Sitzung der Landesregierung zum Thema: 100 Jahre NÖ. Foto: © NLK Burchhart

Ihr
Philipp Steinriegler
Obmann NÖAAB Guntramsdorf
steinriegler@gbb-guntramsdorf.at
0699 – 111 72 613

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